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Mähren und Schlesien

Marienwallfahrt auf den Svatý kopeček (Heiliger Berg)

Marienwallfahrt auf den Svatý kopeček (Heiliger Berg)

Sollten Sie von Mikulov aus auf den Heiligen Berg hinaufwandern und von oben auf die Stadt und das Schloss blicken, dann werden Sie sich wahrscheinlich fragen, warum die einstige Burg, welche das weite Umland schützen sollte, auf dem niedrigeren Schlosshügel und nicht hier oben erbaut wurde. Diese Frage konnte bis heute nicht beantwortet werden. Auch die Geschichte und der Name dieser Anhöhe sind von vielen Geheimnissen umhüllt.

Einst nannte man die Anhöhe Tanzberg. Legenden nach erinnerte dieser Name an die Tänze, die Bestandteil heidnischer Fruchtbarkeit­srituale waren. Andere Überlieferungen sprechen hingegen von Hexen, die sich hier am Sabbat in der Walpurgisnacht versammelten und tanzten. Unabhängig davon, welche der Geschichten wahr ist, eines ist sicher ‒ die Anhöhe wurde im 17. Jhd. auf Ansuchen von Kardinal Franz Dietrichstein umbenannt. Als Dankpreisung an Gott für die überstandene Pestepidemie im Jahr 1622 ließ der Kardinal am Hang dieser Anhöhe einen Kreuzweg und auf dem Gipfel die Kapelle des Hl. Sebastian erbauen. In Mikulov ließ er aus diesem Anlass neben dem Kapuzinerkloster eine Loretokapelle errichten, einen Nachbau des Heiligen Hauses in Italien, über welchem in den 50er Jahren des 17. Jhd. die Kirche der Hl. Anna errichtet wurde. Ihren Platz fand hier auch die Plastik der Schwarzen Madonna, die Kardinal Franz aus dem italienischen Wallfahrtsort Loreto mitbrachte. Legenden über ihre wundersamen Fähigkeiten, Menschen von einem Tag auf den anderen zu heilen, verbreiteten sich wie ein Lauffeuer und lockten zahlreiche Pilger in die Stadt, die auf ihre Genesung erhofften.

Die Errichtung von Loretokapellen und der Kult der Jungfrau Maria von Loreto fanden in Böhmen und Mähren insbesondere nach der Schlacht am Weißen Berg Verbreitung, als damals zahlreiche Wallfahrtsstätten entstanden. Die jährlich stattfindende Marienwallfahrt auf den Heiligen Berg bei Mikulov führt an vierzehn Station des ältesten Kreuzwegs in der Tschechischen Republik vorbei.

Die Errichtung von Loretokapellen und der Kult der Jungfrau Maria von Loreto fanden in Böhmen und Mähren insbesondere nach der Schlacht am Weißen Berg Verbreitung, als damals zahlreiche Wallfahrtsstätten entstanden. Die jährlich stattfindende Marienwallfahrt auf den Heiligen Berg bei Mikulov führt an vierzehn Station des ältesten Kreuzwegs in der Tschechischen Republik vorbei.

Der Heilige Berg ist ein magischer Ort. Vielleicht liegt das an der einmalige Kombination aus der hiesigen Natur ‒ die Anhöhe steht als Naturreservat mit seltenen Pflanzen und Tieren unter Schutz ‒ und den Sakralbauten mit herrlichem Ausblick über die Landschaft. Fast jeder, der bis zur Kapelle des Hl. Sebastian hinaufgestiegen ist, wird bestätigen, dass einem ein Gefühl von Erkenntnis und Ruhe überkommt. Die alljährliche Gelegenheit, dieses Gefühl zu erleben, bietet sich am ersten Oktobersonntag, wenn sich am Heilige Berg im Rahmen der traditionellen Marienwallfahrt die Pilger versammeln. Mädchen und Jungen in Volkstrachten, Kinder, Alte und Junge gehen gemeinsam an den vierzehn Station des ältesten Kreuzwegs in der Tschechischen Republik vorbei, um oben an der Kapelle des Hl. Sebastians an der Wallfahrtsmesse teilzunehmen. Zusammen mit ihnen wird auch die Kopie der Schwarzen Madonna von Loreto auf den Heiligen Berg getragen. Die im Jahr 1865 ins Leben gerufene Tradition wurde bis heute nur einmal unterbrochen ‒ und zwar im Zweiten Weltkrieg.

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