© Dreamstime

Mähren und Schlesien

Wie barocke Schönheit entstand

Wie barocke Schönheit entstand

Es klingt paradox, aber die Schönheit der barocken Stadt Olomouc (Olmütz) wurde aus großem Leid und der fast vollständigen Zerstörung all dessen, was hier einst gestanden hat, geboren. Umso größer ist der Wert der hiesigen Denkmäler, denn sie sind ein Ausdruck der Entschlossenheit, des unbezwingbaren Lebenswillens und der Kraft des menschlichen Geistes.

Als im Jahr 1650 nach acht Jahren Besetzung die schwedischen Truppen endlich die Stadt verließen, lag diese in Trümmern. Von den siebenhundert Stadthäusern war nur knapp ein Viertel bewohnbar und von den ursprünglich 30 000 Einwohnern waren nur 1 765 übrig geblieben. Angesichts ihrer Lage wurden sogar Stimmen laut, dem Schicksal nicht mehr zu trotzen und aus der altehrwürdigen Stadt wieder ein Dorf zu machen. Soweit kam es jedoch nicht. Ganz im Gegenteil ‒ Olmütz wurde seit 1655 schrittweise in eine der sichersten Bastionsfestungen in der ganzen Habsburger Monarchie verwandelt. Zum Symbol der Auferstehung wurde das Ensemble aus sechs barocken Springbrunnen mit figuraler Verzierung nach antiken Motiven, das heute zu den schönsten Denkmälern der Stadt zählt. Die Brunnen des Hercules, Jupiter, Merkurs und weiterer Götter ergänzen auf dem Stadtplatz Horní náměstí der moderne Arionbrunnen aus dem Jahr 2002 und die Fontäne „Pramen živé vody“ (Quell des lebendigen Wassers) des Hl. Johann Sarkander im Innenhof des neubarocken Palastes des Hl. Sarkander.

Fontäne „Pramen živé vody“ (Quell des lebendigen Wassers) des Hl. Johann Sarkander im Innenhof des neubarocken Palastes des Hl.  Sarkander.

Fontäne „Pramen živé vody“ (Quell des lebendigen Wassers) des Hl. Johann Sarkander im Innenhof des neubarocken Palastes des Hl. Sarkander.

Die drei Kuppeln der St. Michaelskirche sind das Wahrzeichen der Stadt, wobei ihnen die prunkvolle Gestaltung des Innenraumes in nichts nachsteht.

Die drei Kuppeln der St. Michaelskirche sind das Wahrzeichen der Stadt, wobei ihnen die prunkvolle Gestaltung des Innenraumes in nichts nachsteht.

Zu Ehren einer Legende über den angeblichen Gründer der Stadt bauten die Einwohner während der Barockzeit auch den wunderschönen Caesar-Brunnen. Es heißt, dass um das Jahr 57 v. Chr. eine Gruppe römischer Soldaten in dieses Gebiet kam, die damals von ihrem Heerführer und späteren Kaiser Julius Caesar angeführt wurde. Auf einer Anhöhe über der March, wo später die Olmützer Burg errichtet wurde, bauten sie eine Festung namens Julimontium, also Julius´ Hügel (und daraus wurde später angeblich der Name Olomouc abgeleitet). Als 2001 archäologische Routine-Ausgrabungen vor dem Bau einer Straße im Olmützer Stadtviertel Neředín vorgenommen wurden, ahnte niemand, dass die Archäologen die Überreste eines römischen Militärlagers und in der Altstadt sogar Bruchstücke römischer Ziegel und Dachziegel entdecken würden. Zweitausend Jahre hat es gedauert, bis sich herausgestellt hat, dass die uralte Legende auf einer wahren Begebenheit beruht.

Die Dreifaltigkeitssäule (Pestsäule) in Olmütz wird seit dem Jahr 2000 von der UNESCO als Welterbe geschützt. Es handelt sich um die größte barocke Statuengruppe in Mitteleuropa, die für die Stadtbewohner auch eine symbolische Bedeutung hat.

Die Dreifaltigkeitssäule (Pestsäule) in Olmütz wird seit dem Jahr 2000 von der UNESCO als Welterbe geschützt. Es handelt sich um die größte barocke Statuengruppe in Mitteleuropa, die für die Stadtbewohner auch eine symbolische Bedeutung hat.

Zu den wichtigsten Werken der barocken Bildhauerkunst in Olmütz gehört die Pestsäule, die im Jahr 2000 ins Verzeichnis des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde. Mit ihren mehr als 32 m Höhe stellt sie das größte Ensemble barocker Statuen in Mitteleuropa dar. Die Säule wurde nach der Fertigstellung zu einem Symbol des Stolzes der Einwohner, da alle, die am Bau beteiligt waren, Bürger der Stadt Olmütz waren. An der Einweihung nahm Kaiserin Maria Theresia mit ihrem Gemahl Franz von Lothringen persönlich teil.

Bei der Belagerung der Stadt durch die preußische Armee im Jahr 1758 wurde die Pestsäule mehrmals von Kanonenkugeln getroffen und die hiesigen Einwohner gingen zum preußischen General mit der Bitte, nicht mehr ihre Säule zu beschießen. Der General war von der Bitte so überrascht, dass er dem Wunsch stattgegeben hat und die Pestsäule verschonte. Schließlich konnte sich die ganze Stadt verteidigen. Wenn Sie sich die Pestsäule ansehen, dann versuchen Sie, die vergoldete Replik einer Kanonenkugel zu finden ‒ es ist die Erinnerung an den Mut der Stadtbewohner.

Details anzeigen

Schlieβen

Interakce s mapou Zavřít mapu

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung erkläre ich mich einverstanden. Ich stimme zu