© Eva Kořínková

Ostböhmen

Der flüssige Schatz des Klosters Želiv (Seelau)

Der flüssige Schatz des Klosters Želiv (Seelau)

Die Bewohner Prags und die Mönche im Kloster Želiv mitten in der Region Vysočina haben eines gemeinsam ‒ das Flüsschen Želivka. Seit den 1970er Jahren versorgt der Fluss die tschechische Hauptstadt mit Trinkwasser. Dem gleichen Wasser, das die Prämonstratenser-Mönche in Želiv seit Jahrhunderten zum Brauen von Bier verwenden. Das Kloster Želiv ist jedoch nicht nur wegen der hiesigen Brauerei einen Besuch wert.

Die Ordensmänner wurden nach Želiv im Jahr 1139 von König Sobieslav I. berufen. Ursprünglich sollten sich hier Benediktiner niederlassen, diese wurde jedoch nach zehn Jahren von Prämonstratensern ersetzt. Die klösterliche Brauerei errichteten die Mönche wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert. Nach den Hussitenkriegen, in denen das Kloster Želiv geplündert und nachfolgend dem Hussitengeschlecht Trček aus Leipa anvertraut wurde, wurde die Produktion eingestellt. Als im Laufe des Dreißigjährigen Krieges die Herrschaft den Prämonstratensern wieder zurückgegeben wurde, nahm man auch die Tradition des Bierbrauens wieder auf ‒ und diesmal dauerte sie bis zum verheerenden Brand der Abtei im Jahr 1907 an.

Nach fast einem ganzen Jahrhundert kehrte die Bierherstellung ins Kloster zurück und die vertriebenen Biermarken, die nach den berühmtesten Äbten benannt sind, genießen bei Bierkennern ein hohes Ansehen. Aber Sie können das Geschick des hiesigen Braumeisters ja selbst bewerten. Im Rahmen einer Besichtigung lernen Sie nicht nur die Geschichte des Bierbrauens und das Herstellungsver­fahren kennen, Sie können natürlich auch das Bier verkosten, wobei Sie auch in den Genuss von seltener gebrautem obergärigem Bier kommen, das als ALE vertrieben wird. Falls Sie zu den wirklichen Bierkenner gehören, dann sollten Sie gleich ein ganzes Erlebnis-Wochenende buchen, bei dem Sie in der Brauerei selbst Hand anlegen und zum Schluss Ihr eigenes Bier brauen können.

Nach sechsundneunzig Jahren  erneuerten die Mönche im Kloster Želiv die Tradition des Bierbrauens, wobei Sie vermehrt Spezialbiere herstellen, die nach den berühmten Äbten dieses Klosters benannt sind. Als erstes wurde im Jahr 2010 die Biermarke „Gotšalk“ mit 15 % Stammwürze vertrieben, das den Namen des ersten Abtes im 12. Jahrhundert trug.

Nach sechsundneunzig Jahren erneuerten die Mönche im Kloster Želiv die Tradition des Bierbrauens, wobei Sie vermehrt Spezialbiere herstellen, die nach den berühmten Äbten dieses Klosters benannt sind. Als erstes wurde im Jahr 2010 die Biermarke „Gotšalk“ mit 15 % Stammwürze vertrieben, das den Namen des ersten Abtes im 12. Jahrhundert trug.

Bevor Sie jedoch mit Verkostung des hiesigen Bieres beginnen und die Welt um sich herum vergessen, sehen Sie sich noch die Herrschaft an, die von einem der berühmtesten Baumeister des Barocks ‒ Johann Blasius Santini ‒ gebaut wurde. Dieser war zum Beispiel auch für den Bau der Kirche des Hl. Johannes von Nepomuk bei der Stadt Žďár nad Sázavou verantwortlich, die völlig zurecht von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützt wird.

Bevor Sie jedoch mit Verkostung des hiesigen Bieres beginnen und die Welt um sich herum vergessen, sehen Sie sich noch die Herrschaft an, die von einem der berühmtesten Baumeister des Barocks ‒ Johann Blasius Santini ‒ gebaut wurde. Dieser war zum Beispiel auch für den Bau der Kirche des Hl. Johannes von Nepomuk bei der Stadt Žďár nad Sázavou verantwortlich, die völlig zurecht von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützt wird.

Das Leben der Ordensbrüder drehte sich natürlich nicht nur um das Bierbrauen, obwohl dies bei der Bewirtschaftung des Klosters eine wichtige Rolle spielte. An erster Stelle stand natürlich der Dienst an Gott und die Gebete, die in der Kirche Mariä Geburt getätigt wurden. Für deren Umbau in die heutige Gestalt ist niemand geringerer als der geniale Baumeister Johann Blasius Santini verantwortlich ‒ und im Inneren unter der Kuppel versteht man sofort, warum Santinis architektonische Ausführung als der „Weg zum Licht“ bezeichnet wurde.

Überreste von „Hitlers Autobahn“ Der Stausee Švihov, der im Volksmund nach dem durchströmenden Fluss „Želivka“ genannt wird, kann mit interessanten Fakten aufwarten. In der Nähe der Gemeinde Hulice mündet ein merkwürdiger Betonstreifen in die Talsperre, der den Torso einer nicht fertiggestellten Autobahnbrücke darstellt, die im Zweiten Weltkrieg zwischen Prag und Brünn errichtet werden sollte. Ursprünglich sollte diese in die heutige Autobahn D1 integriert werden, nach der Errichtung des Stausees ragte sie jedoch nur knapp zwei Meter aus dem Wasser heraus. Der Umbau der Brücke, damit der Verkehr darauf nicht die Wasserqualität verschlechtern würde, wäre viel zu teuer gewesen, und so entschied man, ein Stück weiter eine neue Brücke zu errichten. Neben Avignon hat auch die tschechische Region Vysočina eine Brücke, die nie fertiggestellt wur­de.

So wie viele weitere Talsperren, hat auch der unweit gelegene Stausee Švihov (im Volksmund meist nach dem gleichnamigen Fluss Želivka genannt) an seinen Ufern mehrere stille Zeugen längst vergangener Zeiten. Neben den Überresten der Gemeinde Zahrádka, an die nur noch die kleine Kirche am Ufer erinnert, findet man hier den Torso eine Brücke, die nach der Errichtung des Stausees nur knapp zwei Meter aus dem Wasser hinausragt.

So wie viele weitere Talsperren, hat auch der unweit gelegene Stausee Švihov (im Volksmund meist nach dem gleichnamigen Fluss Želivka genannt) an seinen Ufern mehrere stille Zeugen längst vergangener Zeiten. Neben den Überresten der Gemeinde Zahrádka, an die nur noch die kleine Kirche am Ufer erinnert, findet man hier den Torso eine Brücke, die nach der Errichtung des Stausees nur knapp zwei Meter aus dem Wasser hinausragt.

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