Valdštejnovo náměstí v Jičíně z Valdické brány | © Ladislav Renner, archiv CzechTourism

Nordböhmen

Albrecht von Wallensteins „Land des Glücks“

Albrecht von Wallensteins „Land des Glücks“

Wenn Sie auf einer Karte die Anhöhe Veliš mit dem Kartäuserkloster in Valdice verbinden, dann durchquert die Linie den Hauptplatz in Jičín, verläuft entlang einer zwei Kilometer langen Lindenallee und führt knapp an der barocken Loggia im Wildgehege Libosad vorbei. Diese geometrische Anordnung kommt nicht von ungefähr. Es handelt sich um die Überreste der imposanten städtebaulichen Planung eines der bedeutendsten Persönlichkeiten des Dreißigjährigen Krieges ‒ Herzog Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, auch bekannt als Wallenstein.

Kaum einer seiner Zeitgenossen sorgte für solche Emotionen, wie der Feldherr der kaiserlichen Armee, dem das Horoskop, das er sich vom Hofmathematiker Johannes Kepler ausstellen ließ, bereits im Jahr 1608 enorme Macht und Reichtum, jedoch auch Schwierigkeiten in der Liebe und zwischenmenschlichen Beziehungen voraussagte, die durch Wallensteins Argwohn und Aberglauben verursacht wurden. In dieser bewegten Zeit der kriegerischen Auseinanderset­zungen zwischen Katholiken und Protestanten waren die Weichen für Wallensteins Erfolg gut gestellt ‒ er war ein brillanter Heerführer, ein geschickter Diplomat, pragmatischer Geschäftsmann und zeichnete sich durch sein Gespür für Kunst und Schönheit aus. Seine Ambitionen und die verworrenen diplomatischen Beziehungen kosteten ihn schließlich jedoch sein Leben ‒ im Jahre 1634 wurde er von kaiserlichen Offizieren in der Stadt Cheb (Eger) ermordet.

Die Umgebung von Jičín sollte Wallensteins Vorstellung nach zum Zentrum seiner Terra Felix, seines Land des Glücks, werden, wie er seine Herrschaft in Frýdlant nannte. Die Stadt Jičín wurde vom Heerführer kurz nach der Schlacht am Weißen Berg an seine Herrschaft angeschlossen und er ließ auch gleich umfassende Umbauarbeiten vornehmen, die nördlich der Alpen zur damaligen Zeit in Europa ihresgleichen suchten. Unterstützung holte er sich von den berühmten italienischen Baumeistern Giovanni Battist Pieroni, Andrea Spezzo und Nicola Sebregondi, denen es gelang, die Bauwerke in der Umgebung so miteinander zu verknüpfen, dass dies sogar heute noch Stadtplaner in Staunen versetzt.

An die Person Albrecht von Waldstein erinnern die alljährlich im Mai stattfindenden Feierlichkeiten, die unter der Bezeichnung Valdštejnské slavnosti an die Feier zum dreihundertjährigen Todestag des Heerführers im Jahr 1934 anschließen. Sie finden als Biennale jedes gerade Jahr in Jičín und jedes ungerade Jahr in Frýdlant statt. Ein ähnliches Event findet jedes Jahr auch in der westböhmischen Stadt Cheb (Eger) statt.

An die Person Albrecht von Waldstein erinnern die alljährlich im Mai stattfindenden Feierlichkeiten, die unter der Bezeichnung Valdštejnské slavnosti an die Feier zum dreihundertjährigen Todestag des Heerführers im Jahr 1934 anschließen. Sie finden als Biennale jedes gerade Jahr in Jičín und jedes ungerade Jahr in Frýdlant statt. Ein ähnliches Event findet jedes Jahr auch in der westböhmischen Stadt Cheb (Eger) statt.

Ihre Wanderung durch Wallensteins Kulturlandschaft beginnen Sie am besten auf der bereits erwähnten Anhöhe Veliš. Von der gotischen Burg, Wallensteins Residenz bevor er die Stadt Jičín erhielt, sind heute nur noch wenige Überreste erhalten. Dafür werden Sie mit einem wunderschönen Ausblick auf die Umgebung und bei guter Sicht auch auf die Gipfel des Riesengebirges belohnt. Die gelbe Markierung bringt Sie von hier direkt auf den Hauptplatz in Jičín, wo sich der Fürst um den Ausbau des hiesigen Schlosses verdient machte, das nach einer Schießpulver-Explosion im Jahr 1620 stark beschädigt war. In direkter Nachbarschaft ließ er ab 1627 die Kirche des Hl. Jakob des Größeren errichten, die auf den ersten Blick durch die Tatsache besticht, dass sie keinen Glockenturm hat.

Von der Altstadt führt in nordwestlicher Richtung Wallensteins Lindenallee mit mehr als tausend Bäumen in vier Reihen aus der Stadt, die als die älteste Allee der Tschechischen Republik bezeichnet wird. Am Ende der Allee ließ der Heerführer ein malerisches Lustschloss mit Loggia und terrassenartig angelegten Gärten bauen, das zu seinen Lebzeiten jedoch noch nicht fertiggestellt war. Das letzte Bauwerk aus dieser Komposition ist das Kartäuserkloster in Valdice, das 1628 als Wallensteins letzte Ruhestätte gegründet wurde. Der Zutritt hinter die hohen Mauern, über die die Kirche Mariä Himmelfahrt hinausragt, bleibt jedoch Normalsterblichen seit mehr als 150 Jahren verwehrt. Nach der Auflösung des Klosters durch Joseph II. wurde der Gebäudekomplex im 19. Jahrhundert zu einem Gefängnis umgebaut und dient diesem Zweck bis heute.

Am Rande einer Sandstein-Felsenstadt südlich von Turnov erwarb Albrecht von Waldstein eine uralte Burg, die er im Laufe des 18. Jahrhunderts großzügig ausbauen ließ. Heute können Sie auf Burg Valdštejn (Waldstein) das Interieur des im Stile des Klassizismus und der Romantik eingerichteten und reich ausgestatteten Palastes oder die Kapelle des Hl. Johannes von Nepomuk besichtigen. In den mittelalterlichen Kellergewölben ist eine interessante Ausstellung über Sandsteinfelsen untergebracht.

Am Rande einer Sandstein-Felsenstadt südlich von Turnov erwarb Albrecht von Waldstein eine uralte Burg, die er im Laufe des 18. Jahrhunderts großzügig ausbauen ließ. Heute können Sie auf Burg Valdštejn (Waldstein) das Interieur des im Stile des Klassizismus und der Romantik eingerichteten und reich ausgestatteten Palastes oder die Kapelle des Hl. Johannes von Nepomuk besichtigen. In den mittelalterlichen Kellergewölben ist eine interessante Ausstellung über Sandsteinfelsen untergebracht.

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