© Ladislav Renner, archiv CzechTourism

Nordböhmen

Eine Insel der barocken Kunst

Eine Insel der barocken Kunst

Viele Erzählungen aus dem Barock beginnen mit einem Wunder. Die Geschichte von Schloss Kuks (dt. Kukus) begann höchstwahrscheinlich mit einem Betrug. Der Besitzer der Herrschaft, der exzentrische Graf Franz Anton von Sporck, lud Ende des 17. Jahrhunderts eine Expertenkommission zu Quellen, die in einem malerischen Tal aus dem Boden sprudelten, und ließ sich die Heilkraft des Wassers bestätigen. Analyse der chemischen Zusammensetzung, die in unserer Zeit durchgeführt wurden, konnten jedoch keine besonderen Eigenschaften des Wassers bestätigen.

Die Heilkräfte des Wassers waren reine Einbildung, ließen jedoch einer der weltweit schönsten Perlen barocker Kunst entstehen. Im Eiltempo entstand nicht nur an beiden Ufern der Elbe, sondern auch in den umliegenden Wäldern ein weitläufiger und bis ins kleinste Detail konzipierter Gebäudekomplex mit Kurbetrieb. Graf Franz A. von Sporck heuerte die besten Architekten und Bildhauer an. Der Ruhm dieses Kurortes verbreitete sich wie ein Lauffeuer und so wie es sich der Begründer gewünscht hatte, stieg Kuks zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens auf. Ähnlich wie in anderen Kurorten wurde hier nicht nur viel Wert auf die Heilbehandlungen, sondern auch auf kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen zur Unterhaltung der Gäste gelegt. In seiner Blütezeit war Kuks wahrhaft ein Erlebnis für alle Sinne.

„In Kuks bekam man Dinge zu sehen, die es sonst nirgends zu sehen gab, wie Kunstwerke der berühmtesten Künstler ihrer Zeit oder faszinierende Geräte und Maschinen, über welche die wildesten Geschichten erzählt wurden. Allein die Person von Graf Franz A. von Sporck, der Kuks zu seinem persönlichen Versailles samt dem legendären Hofleben gestalten wollte, lockte viele Menschen vornehmlich adeliger Abstammung an, die in den gepflegten Wäldern vielerlei Vergnügungen nachgehen konnten.“ (Hofschreiber Ha­lík)

(královedvorský písmák Halík)

Das Quellwasser floss über eine monumentale Kaskadentreppe, die mit Triton-Statuen verziert war und in den Polyphemus-Springbrunnen mündete, der dank einer ausgeklügelten Mechanik im Rücken des Flussgottes Musik spielte. Am Elbufer entstand eine Pferderennbahn, die von einer Reihe aus Stein gehauener Zwerge gesäumt war. Im Kurort gab es auch ein eigenes Theater, wo in der Saison regelmäßig die besten Theaterensembles gastierten. Um die Verpflegung der Gäste kümmerte man sich im Gasthof Zur Goldenen Sonne. In den umliegenden Wäldern wurden nicht nur Treibjagden unter dem Patronat des Hl. Hubertus veranstaltet, sondern sie waren auch ein Rückzugsort zum Innehalten und Meditieren. Die hiesigen Sandsteinfelsen wurde vom Bildhauer Matthias Bernard Braun in eine spektakuläre Bildhauergalerie unter freiem Himmel verwandelt, zu deren Wahrzeichen die Statuen der Pilger Onuphrius und Garinus wurden. In den Wäldern rund um Schloss Kuks konnten die Gäste jedoch auch wirkliche Pilger treffen, die von Graf Sporck auf seiner Herrschaft geduldet wurden.

Das Wasser spielte nicht nur bei der Entstehung von Kuks, sondern auch bei dessen Untergang die Hauptrolle. Im Dezember 1740 stieg die Elbe über die Ufer und das Hochwasser riss einen Großteil der Gebäude mit sich. Der Betrieb wurde nie wieder aufgenommen, wobei dem Kurort auch die kriegerischen Auseinanderset­zungen, die sich in den folgenden Jahrhunderten rund um Schloss Kuks abspielten, schwer zu schaffen machten. Heute können wir nur noch bedauern, dass von Sporcks einst großzügig angelegtem Kurort nur noch der Torso erhalten ist.

Ein Kunstwerk unermesslichen Werts, das an sich schon diesen Ort berühmt gemacht hätte, stellt die Serie allegorischer Statuen der zwölf Tugenden und Laster. Dieses Meisterwerk von Matthias Bernard Braun sollte Sporcks Gäste an den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse erinnern und so einen moralischen Aspekt in den ansonsten eher ausschweifenden Kuralltag bringen.

Ein Kunstwerk unermesslichen Werts, das an sich schon diesen Ort berühmt gemacht hätte, stellt die Serie allegorischer Statuen der zwölf Tugenden und Laster. Dieses Meisterwerk von Matthias Bernard Braun sollte Sporcks Gäste an den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse erinnern und so einen moralischen Aspekt in den ansonsten eher ausschweifenden Kuralltag bringen.

Der Besitzer der Herrschaft Kuks war nicht nur ein Kunstmäzen, sondern auch ein Philanthrop. Am rechten Elbufer, gegenüber den Kurgebäuden, ließ er ein Spital für Kriegsveteranen erbauen. Die Front des Spitals dominiert die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, deren Krypta zur Familiengruft ausgebaut wurde, in der auch Graf Franz A. Sporck beigesetzt wurde.

Der Besitzer der Herrschaft Kuks war nicht nur ein Kunstmäzen, sondern auch ein Philanthrop. Am rechten Elbufer, gegenüber den Kurgebäuden, ließ er ein Spital für Kriegsveteranen erbauen. Die Front des Spitals dominiert die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, deren Krypta zur Familiengruft ausgebaut wurde, in der auch Graf Franz A. Sporck beigesetzt wurde.

Was macht Kuks auch heute noch sehenswert? Trotz der Vergänglichkeit des menschlichen Schaffens ist das barocke Areal, das sich an beiden Elbufern erstreckt, ein wunderschöner, ruhig gelegener Ort, der dank einer unlängst abgeschlossenen, umfassenden Sanierung wieder sein einzigartiges und prunkvolles Aussehen erhalten hat. Fernab der Zivilisation finden Sie ein kleines Stück Land, das einst von Graf Sporck in einen mondänen Kurort verwandelt wurde, dessen Ruhm damals die Kurstadt Karlsbad um ein Vielfaches übertraf. So wie einst strömt auch heute bei Feierlichkeiten aus den mächtigen Triton-Statuen über der Treppe Wein, und so wie einst können Sie auch heute durch die neu angelegten Weingärten über dem Tal spazieren gehen und so wie der europäische Adel am Ende des siebzehnten und zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts können Sie das Wasser der hiesigen Quellen kosten.

Im Rahmen der umfassenden Sanierungsarbeiten in Kuks entstand am linken Elbufer ein neues Museum, das dem barocken Buchdruck gewidmet ist und wo Sie eine betriebsfähige Kupferdruck- und Buchdruckpresse aus dem 17. Jahrhundert sowie kostbare Original-Kunstwerke von Michael Heinrich Rentz ‒ dem berühmtesten böhmischen Graveur und Graphiker des Barocks ‒ bewundern können. Dank seiner wunderschönen Gravuren können wir heute noch sehen, wie Kuks vor 300 Jahren ausgesehen hat. Auf dem Gelände des majestätischen Hospitals am gegenüberliegenden Elbufer sollten Sie sich unbedingt die sanierte barocke Apotheke „Zum Granatapfel“ (U granátového Jablka) und das Ensemble aus Dutzenden Malereien ansehen, das den Tod in seinen vielen Gestalten festhält. Das Ensemble der einzigartigen Deckengemälde „Der Tanz des Todes“ (Tanec smrti) wurde vor nicht allzu langer Zeit entdeckt und soll den Besuchern die Vergänglichkeit des irdischen Lebens vor Augen führen, die in all ihren Formen und Gestalten die einzigartige Atmosphäre Ihres Besuchs in Kuks unterstreicht.

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