Die größten Genies des Barocks

Jede Ära mit großen Veränderungen verlangt nach großen Persönlichkeiten – der böhmische Barock fand diese nicht nur in den Reihen der Künstler, sondern auch unter den Staatsmännern, Geistlichen und in weiteren Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Das auffälligste Vermächtnis hinterließen die Barockarchitekten, denen das 17. und 18. Jahrhundert nie dagewesene Möglichkeiten bot, das Antlitz der böhmischen Städte, aber auch der ländlichen Gebiete zu verwandeln. Ihre Paläste, Kathedralen, Schlösser, Wallfahrtsanlagen, aber auch kleinere Dorfkirchen verblüffen bis heute mit ihrer Monumentalität, diffizilen Komposition und überschwänglichen bildhauerischen und malerischen Ausschmückung.

Die versiertesten von ihnen – Carlo Lurago, Johann Blasius Santini-Aichl oder auch Christoph und Kilian Ignaz Dientzenhofer wussten all diese Komponenten zu nutzen und zum harmonischen, eindrucksvollen Ganzen zu vereinen. Speziell Kirchen empfanden sie ohne jede Übertreibung als lebendigen Organismus, den sie durch ein ausgeklügeltes Licht- und Schattenspiel so zu beleben verstanden, dass sie zu verschiedensten Tageszeiten und aus verschiedenen Blickwinkeln immer neue, einzigartige Erlebnisse boten.

Licht und Bewegung wurden aber auch für Barockmaler und -bildhauer zum entscheidenden Element. Meister des Pinsels wie Karel Škréta oder Petr Brandl erhellten die Gestalten auf ihren großen Gemälden durch Lichtkegel, um die mystische Atmosphäre und Dramatik der abgebildeten Szenen zu betonen. Und geschickte Bildhauer wie Matthias Braun, Maximilian Brokoff oder Ignaz Platzer hauchten ihren Plastiken religiöse Symbolik, aber auch starke Emotionen und dynamische Spannung ein.

Aber auch der kontroverse Generalissimus Albrecht von Waldstein (Wallenstein) hat seinen festen Platz unter den Genien des Barocks. Denn auch die Kriegsführung galt damals als Kunst und Wallenstein war ein wahrer Meister der ‚Kriegskunst‘ – während die von ihm nach Böhmen eingeladenen italienischen Barockarchitekten die Landschaft seiner Jitschiner Herrschaft umwandelten, schrieb seine Privatarmee die politische Karte Europas um. Kaum etwas, was die chaotische Epoche der Anfänge des böhmischen Barocks besser widerspiegeln könnte, als Wallensteins dramatische Lebensgeschichte. Einerlei, ob man ins Böhmische Paradies (Český ráj), nach Prag oder ins westböhmische Cheb (Eger) aufbricht – man begegnet ihm auf Schritt und Tritt.

Barock Tour

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