Barockgärten – das Paradies auf Erden

Die für die Barockzeit charakteristische Frömmigkeit widerspiegelte sich nicht allein in der Komposition und monumentalen Ausschmückung der Gotteshäuser, sondern auch in der Gestaltung der Gärten, die ab dem 17. Jahrhundert in der Nähe der herrschaftlichen Residenzen entstanden. Barockgärten sollten nicht nur erquickliche Orte der Erholung, sondern als Abbild des himmlischen Paradieses ideale, harmonische und lebensfrohe Orte sein.

Vollkommene Symmetrie und geometrische Formen vermählen sich in ihnen mit Zwanglosigkeit, Verspieltheit und Farbenfreude. Führende Bildhauer, wie Matthias Bernard Braun oder Ferdinand Maximilian Brokoff, schufen für sie allegorische Skulpturen und beteiligten sich auch an der Ausschmückung von Brunnen, Springbrunnen und sonstigen Kleinelementen. Wasser spielt in Barockgärten ohnehin eine wichtige Rolle. Der sich auf der stillen Wasseroberfläche künstlicher Teiche oder Wasserläufe widerspiegelnde Himmel symbolisierte die Verbundenheit des irdischen Lebens mit dem Schöpfer und das sprudelnde Wasser der Fontänen wiederum die Vergänglichkeit des Lebens. Gärten sollten fortan nicht mehr nur umfriedete Inseln der Schönheit inmitten unzugänglicher Natur sein. Namentlich der Adel entwickelte eine immer innigere Beziehung zur Natur und so öffneten sich die Gärten rund um ihre Schlösser nach und nach in die umliegende, sensibel mit Alleen, Bildstöcken, Schutzkapellen und sonstigen verzierenden Elementen ausgeschmückte Landschaft. In der Sehnsucht nach der Nähe der Natur legten die Aristokraten erste Orangerien oder auch künstliche Grotten an.

Eine ganze Reihe dieser Barockgärten blieben bis in die Gegenwart in ihrer ursprünglichen Gestalt bewahrt und erfuhren nur unbedeutende Veränderungen. Eines der schönsten Beispiele aus der Zeit des Frühbarocks ist in Kroměříž (Kremsier) zu bewundern, ja dem hiesigen ‚Blumengarten‘ (tsch. Květná zahrada) gelang sogar der Sprung in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Auch die Palastgärten zu Füßen der Prager Burg bieten eine stille Atmosphäre und ungewohnte Blicke auf die Prager Altstadt; einzigartige Barockkompositionen sind beispielsweise auch auf den Schlössern Český Krumlov (Krumau), Duchcov (Dux), in Mikulov (Nikolsburg), Dobříš (Doberschisch) oder Buchlovice (Buchlowitz) zu finden.

Barock Tour

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