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Persönlichkeiten

Durch das Jitschiner Land zwischen Wallenstein und Schlick

Weglänge
30 km
Zeitdauer
1 Tag
Das Böhmische Paradies

Durch das Jitschiner Land zwischen Wallenstein und Schlick

Die Stadt Jičín/Jitschin und die sie umgebende Landschaft tragen bis heute Spuren, die zwei mächtige Aristokraten – Albrecht von Wallenstein und Franz Josef Schlick – hier einst hinterließen. Der Erstgenannte machte aus Jitschin das Zentrum seiner Herrschaft und – zusammen mit hierhin berufenen italienischen Architekten – drückte er diesem Landstrich seinen Stempel auf, und dies in Form eines hochentwickelten Landschaftsplans, der Bauwerke und Landschaftselemente zu einem großen geometrischen Bild vereinigte. Auch Graf Schlick suchte die Zusammenarbeit mit bedeutenden internationalen Architekten, doch ging es ihm dabei eher um eine zwar sinnvolle, aber eher schlichte Landschaftskom­position mit einer starken geistigen Komponente. Das Ergebnis dessen, was die beiden angestrebt hatten, ist heute mit den Augen kaum noch wahrzunehmen, doch wenn man sich in dieser Landschaft aufhält, ist es immer noch stark zu spüren, und es hat, wie Sie sich selbst überzeugen können, nachweislich eine beruhigende Wirkung.

Wir empfehlen

    • Jitschin war einst die Hauptresidenz eines der mächtigsten Männer Europas – Albrecht von Wallensteins.
    • Die zierliche barocke Loreto-Kapelle in Welisch/Veliš ist das Werk des berühmten Barockarchitekten Jean Baptiste Mathey.
    • Die vierreihige Lindenallee von Wallensteins Loggia bis nach Jitschin sucht in Europa ihresgleichen.
Anfang

Wie Sie an den Ausgangspunkt gelangen

Zum Ausgangspunkt in Valdice (Walditz) gelangt am besten mit dem Zug (Bahnstation Jičín – zastávka). Bei einer Anreise von Prag aus muss man in Turnov, Nymburk oder Hradec Králové umsteigen. Bis nach Valdice sind es von der Bahnstation aus nur ca. 500 Meter.

1. Kartäuserkloster Walditz, Valdice

Auf dem Gelände des im Auftrag Albrecht von Wallensteins errichteten großangelegten Klosters befindet sich heute eines der strengsten Gefängnisse der Tschechischen Republik. Trotz dieses Umstands aber sollte man einen Blick über die Mauer auf die imposante Mariä-Himmelfahrt-Kirche des ehemaligen Klosters werfen, ein Projekt von Wallensteins Hofarchitekt Andrea Spezza. Der Innenraum der Kirche wurde 1953 leider durch den unsensiblen Umbau in eine Produktionshalle zerstört.

Kartäuserkloster Walditz, ValdiceArchiv města Jičína

Wallensteins Loggia, ValdiceJiří Částka, archiv Sdružení Český ráj

Wallensteins LindenalleeProkeš

1 km

2. Wallensteins Loggia, Valdice

Gleich vor den Toren der Stadt, am Fuße eines Hügels namens Zebín, ließ Wallenstein eine Oase der Ruhe anlegen. Der Ehrenhof mit einer monumentalen Loggia sollte zur Erholung, zu Lustbarkeiten und als Ort eines regen gesellschaftlichen Lebens dienen. Neben einer reichen kunstvollen Ausschmückung waren im unteren Teil des Gartens auch Springbrunnen, Fontänen und Bassins vorgesehen. Das ehrgeizige Projekt wurde jedoch nie fertiggestellt. In den letzten Jahren erwacht die Loggia dank des unermüdlichen Einsatzes ortsansässiger Enthusiasten langsam wieder zu neuem Leben. In regelmäßigen Abstände finden hier Ausstellungen und sonstige kulturelle Veranstaltungen stat­t.

Öffnungszeiten

November – März: Fr 15:00–20:00, Sa-So 13:00–18:00
April, Mai, September, Oktober: Do 13:00–18:00, Fr 13:00–20:00, Sa-So 10:00–18:00
Juni: Di-Do 13:00–18:00, Fr 13:00–20:00, Sa-So 10:00–18:00
Juli und August: Mo-Do, Sa-So 9:00–18:00, Fr 9:00–20:00
http://valdstejnskalodzie.cz/

3. Wallensteins Lindenallee

Wallensteins Loggia war mit dem Stadtzentrum von Jitschin durch eine fast zwei Kilometer lange vierreihige Lindenallee verbunden, die aufgrund ihrer Länge in Europa einmalig sein dürfte. Ursprünglich bestand sie aus 1152 Linden, die in einem regelmäßigen Abstand von sechs Metern gepflanzt worden waren. Bei den heutigen Linden handelt es sich nicht mehr um die Originalbäume, zudem sind es mittlerweile auch schon ein paar weniger (986), dem imposanten Eindruck aber tut dies keinen Abbruch. Einer Legende zufolge wurde die Allee praktisch in einem einzigen Augenblick auf einen Kanonenschuss hin angelegt – an jeder Stelle, wo eine Linde gepflanzt werden sollte, war angeblich ein Soldat mit einem jungen Bäumchen postiert.

3 km

4. Wallensteins Schloss Jitschin

Als Wallenstein nach der Schlacht am Weißen Berg dank der Konfiszierung des Vermögens des nichtkatholischen Adels Jitschin und die umliegenden Herrschaften erwarb, lag das Schloss in Jitschin infolge einer verheerenden Brandkatastrophe in Trümmern. Wallenstein ließ die Residenz im Barockstil umbauen und um Pferdeställe, eine Reitschule, einen Ballsaal und eine Rüstkammer erweitern. Heute beherbergt das Schlosses das Regionalmuseum und eine Galerie, die mit einer beeindruckenden Sammlung barocker Meister aufwarten kann, sowie eine Ausstellung, die an die Ära Wallensteins erinnert.

Öffnungszeiten

September – Dezember: Di-So 9:00–17:00
Januar – Februar: Di-So 10:00–16:00
März: Di-So 10:00–17:00
April – Juni: Di-So 9:00–17:00
Juli – August: täglich 9:00–18:00

Wallensteins Schloss JitschinJiří Morávek, archiv Sdružení Český ráj

Kirche des hl. Jakobus d. Älteren in JitschinJan Mertlík, archiv Sdružení Český ráj

170 m

5. Kirche des hl. Jakobus d. Älteren in Jitschin

Die Kirche an der Ecke des Jičíner Platzes fällt, sobald man sie sieht, dadurch auf, dass sie keine Türme besitzt. Albrecht von Wallenstein hatte beabsichtigt, im Zentrum von Jitschin eine monumentale Bischofskirche zu errichten, doch zur Umsetzung dieses Plans ist es nie gekommen. Die Anpassungen der Fassade, wie wir sie heute sehen, stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

6,5 km

6. Kreuzerhöhun­gskirche in Wostruschno

Diese wunderschöne, schon aus der Ferne auszumachende Kirche ist der bedeutendste Bau in dieser Gegend aus der Zeit des Spätbarock. Vor der Kirche stehen Plastiken des hl. Nikolaus und des hl. Anselm, die ursprünglich aus dem Walditzer Kloster stammen.

Kreuzerhöhungskir­che in WostruschnoPavel Buchart, archiv Sdružení Český ráj

2,1 km

7. Dreifaltig­keitskapelle in Ohařice

Eine von vier Kapellen, die Franz Graf von Schlick im Jahre 1720 als Bestandteil des Mariengartens auf seiner Herrschaft hatte errichten lassen.

3,1 km

8. Loreto

Als Zentralpunkt seiner Landschaftskom­position ließ Franz Graf von Schlick unweit der Ortschaft Veliš/Welisch eine Kopie der berühmten Casa Santa der italienischen Gemeinde Loreta errichten. Der Entwurf stammt von dem bedeutenden Barockarchitekten Jean Baptist Mathey. An der Frontseite des Baus ist das Wappen der Familie Schlick zu sehen, der die hiesige Herrschaft mehrere Jahrhunderte lang gehört hatte.

LoretoJan Mertlík, archiv Sdružení Český ráj

Burgruine WelischJan Špelda

1,6 km

9. Burgruine Welisch

Einstmals eine der bestbefestigten Burgen Böhmens, blieben im 19. Jahrhundert infolge des Basaltabbaus nur noch Trümmer von ihr übrig. Zu sehen sind heute nur noch ein paar Außenmauern, doch hat man hoch oben auf dem Sandsteinmassiv eine wunderschöne Aussicht.

900 m

10. Die Familiengruft der Schlicks in Welisch

Erst 1925 ließ die hiesige Adelsfamilie Schlick eine eigene Familiengruft errichten. Aufbewahrt wird darin auch der Schädel Joachim von Schlicks, eines der 27 böhmischen Standesherren, die nach der Schlacht am Weißen Berg auf dem Altstädterring zu Prag hingerichtet wurden.

Die Familiengruft der Schlicks in WelischJan Mertlík, archiv Sdružení Český ráj

Wenzelskirche in Welisch

666 m

11. Wenzelskirche in Welisch

Nach dem Tod des geistigen Vaters der Konzeption des Mariengartens, des Grafen Franz Joseph von Schlick, führte dessen Gattin Anna Josefa das begonnene Werk weiter. In Welisch gab sie den Auftrag zum Bau der wunderschönen Wenzelskirche, der Dominante der Gesamtkomposition des Friedhofs mit vier Leichenhallen und einem ländlichen Friedhof. Interessant ist auch die Treppe der Kirche – zur Verstärkung des Eindrucks einer abnehmenden Perspektive verkleinern sich die entlang der Treppe aufgestellten Figuren in Richtung Kircheneingang zusehends.

5 km

Tipp zur Erweiterung der Trasse

Von Veliš aus können Sie über Šlikova ves nach Jičín zurückkehren (5 km). Sollten Sie jedoch noch etwas Zeit erübrigen können, empfehlen wir, die Trasse um rund 15 km über die umliegenden malerischen Ortschaften zu verlängern. In Jičíněves etwa finden Sie ein Barockschloss, das Franz Joseph Graf von Schlick in den Jahren 1715–1717 nach Plänen von Jean Baptist Mathey hatte errichten lassen. Einen Besuch wert sind auch die Mariä-Himmelfahrt-Kirche im nahegelegenen Slatiny und der gleich daneben stehende hölzerne Glockenturm aus dem Jahre 1682. An das Wirken der Jesuiten in dieser Region erinnern das Schlösschen in Milíčeves und die Peter-und-Paul-Kirche im benachbarten Nemyčeves. Von dort können Sie mit dem Zug nach Jičín zurückkehren oder die Trasse zu Fuß beenden – bis zum Jičíner Stadtplatz sind es ca. 8 km.

 

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